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Drei Konzepte, die im Kontext von Expertise-Entwicklung oft zusammen genannt werden, operieren auf verschiedenen Abstraktionsebenen und sind nicht gleichartig. Deliberate Practice (Ericsson 1993): Erwerbsmechanismus. Erklärt den psychologischen Prozess, durch den Expertise entsteht. Übung erzeugt Expertise nur unter spezifischen Bedingungen: Arbeit an der aktuellen Leistungsgrenze, unmittelbares spezifisches Feedback, Fehlerkorrektur, volle kognitive Aufmerksamkeit. DP ist keine Trainingsstrategie, sondern eine Theorie über den Mechanismus. Szenariobasiertes Training (SBT): Instruktionsformat. Stellt Praxis in authentischen operativen Kontext. Begründung aus situated learning (Lave & Wenger 1991): Kompetenz ist kontextgebunden, isolierte Fertigkeiten transferieren schlecht. SBT ist eine Design-Entscheidung über das Format, keine Theorie über den Erwerb. Kompetenzbasiertes Lernen (CBTA): Curriculum- und Bewertungsarchitektur. Definiert, was Expertise ausdrückt (Observable Behaviors, Performance Criteria), und knüpft Voranschreiten an nachgewiesene Leistung, nicht Stunden. CBTA ist die Ziel- und Bewertungsstruktur. Komplementäres: CBTA definiert die Kompetenzziele. SBT liefert den Kontext, in dem diese Kompetenzen ausgeübt werden können. DP erklärt, warum Übung in Szenarien Expertise erzeugt, wenn die spezifischen Bedingungen erfüllt sind. Kerntension: CBTA plus SBT ohne DP-Prinzipien erzeugt Szenario-Exposition, aber nicht notwendig Expertise-Wachstum. Wer Szenarien durchläuft, ohne an der Leistungsgrenze zu arbeiten und gezieltes Feedback zu erhalten, akkumuliert Erfahrung. Das ist nicht dasselbe.
Permalink: http://localhost:3000/sensemaking?noteId=note-dp-sbt-cbta-drei-abstraktionsebenen
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