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Dreyfus & Dreyfus (1980), ursprünglich für das U.S. Air Force Office of Scientific Research entwickelt, explizit auf Basis von Piloten-Daten. Fünf Stufen: Novize (1): Kontextfreie Regelanwendung. Situation wird in erkannte Merkmale zerlegt, darauf werden Regeln angewendet. Kein situatives Urteil. Fortgeschrittener Anfänger (2): Erste Wahrnehmung von Situationsmerkmalen jenseits regelbasierter Features. Beginnt, wiederkehrende bedeutsame Aspekte zu erkennen. Alle Elemente werden noch gleich gewichtet. Kompetent (3): Entwickelt Perspektive und Ziele. Handlungen werden im Kontext von Plänen gesehen. Wählt bewusst eine organisierende Perspektive, weil mehr wahrgenommen wird als verarbeitet werden kann. Entscheidungen sind analytisch. Die Person fühlt sich für Ergebnisse verantwortlich. Gewandt (4): Situationen werden holistisch wahrgenommen, nicht als Merkmalsaggregat. Was passiert, erscheint direkt, nicht durch Analyse. Die Entscheidung, was zu tun ist, bleibt noch analytisch; die Wahrnehmung ist intuitiv. Eine Bibliothek diskriminierter Situationen ist vorhanden. Experte (5): Situation und angemessene Reaktion erscheinen gemeinsam. Kein Regelwerk, keine bewusste Dekomposition, keine Deliberation im Normalfall. Handlung fließt aus Erkennung. Deliberatives Denken tritt erst bei Anomalien in Kraft. Kernbefund: Der Übergang über die Stufen ist nicht graduell, sondern qualitativ. Bei Stufe 4-5 wechselt der kognitive Modus grundlegend von analytischer Regelanwendung zu impliziter Mustererkennung. Das ist keine Beschleunigung des bisherigen Prozesses, sondern ein anderer Prozess.
Permalink: http://localhost:3000/sensemaking?noteId=note-dreyfus-stufen-kompetenzerwerb
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