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Kompetenz ist nicht direkt beobachtbar. Sie ist eine latente Größe, ein konstruiertes Konzept, das aus Beobachtungen inferiert wird, aber nie selbst erscheint. Das hat eine direkte messtheoretische Konsequenz: Jede Aussage über die Kompetenz eines Individuums ist eine Inferenz, keine Messung. Der Abstand zwischen dem latenten Konstrukt und dem, was Beobachtung erfassen kann, ist strukturell, nicht technisch. Er lässt sich durch bessere Instrumente verringern, aber nicht schließen. Ein gut konstruiertes System modelliert Kompetenz daher als Verteilung über den latenten Raum, nicht als Punktschätzung. Beobachtungen aktualisieren diese Verteilung. Die Qualität der Inferenz hängt von der Güte des Proxy-Instruments ab. Konsequenz für Assessment: Bewertungen, die Kompetenz als direkten Messwert behandeln, unterschätzen die Inferenzlücke. Scheinbare Objektivität eines Instruments bedeutet nicht Gültigkeit gegen das latente Konstrukt.
Permalink: http://localhost:3000/sensemaking?noteId=note-kompetenz-latentes-konstrukt
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