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Observable Behaviors (OBs) sind das standardisierte Proxy-Instrument für Kompetenz im ICAO-CBTA-Framework. 73 OBs über neun Kompetenz-Kategorien. Jede OB ist ein konkreter, fremdbeobachtbarer Verhaltensausdruck einer Kompetenz unter spezifischen Bedingungen. Struktur: Kompetenz-Kategorie → Kompetenz-Beschreibung → Observable Behaviors → Performance Criteria. OBs sind die messbare Schicht im latenten-Variablen-Modell. Gültigkeitsbereich: OBs funktionieren gut für Dreyfus-Stufen 2-4. In diesem Bereich handeln Lernende nach erkennbaren Regeln und Plänen, die sich in fremdbeobachtbarem Verhalten ausdrücken. Strukturelle Grenzen: Stage-5-Problem: Expertise bei Dreyfus-Stufe 5 äußert sich in taciter Kognition und impliziter Mustererkennung, nicht in regelkonformem Verhalten. Das Instrument kann diesen Modus nicht erfassen. Die OB-Rubrik wird bei echter Expertise systematisch ungenau. Transfer-Problem: OBs werden in spezifischen Trainingskontexten beobachtet. Ob die gemessene Kompetenz auf novel operative Kontexte generalisiert, ist eine separate Frage, die das Instrument nicht beantwortet. Hohe OB-Scores im Training sagen wenig über operative Bereitschaft unter unbekannten Bedingungen. Konsequenz: Systeme, die OB-Scores als vollständige Repräsentation von Kompetenz behandeln, erben diese strukturellen Grenzen. "Objektive Bewertung" meint Konsistenz des Instruments, nicht Gültigkeit gegen das latente Konstrukt.

Permalink: http://localhost:3000/sensemaking?noteId=note-obs-proxy-struktur-grenzen

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